Industrie 4.0

IT-Sicherheit als Erfolgskriterium für Industrie 4.0

Industrie 4.0, der Megatrend für die Fabrik von morgen, ist ein enormer Innovationstreiber in der produzierenden Industrie. Die Vernetzung und Dezentralisierung der Fertigungsprozesse und die Koppelung der Manufacturing Execution Systeme (MES) mit den bestehenden kaufmännischen Anwendungen (ERP) – also die Vernetzung des Shop Floors mit dem Top Floor – ermöglichen eine selbstregulative Produktion und eine transparente Optimierung. Doch die zunehmende autonome Gerätekommunikation schafft auch neue Sicherheitsrisiken: Hacker können versuchen, sich direkt in die Produktionsprozesse einzuschalten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „IT-Sicherheit für Industrie 4.0“, die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde.

Bislang kaum verbindliche Standards

Die Studie betont, dass IT-Sicherheit die elementare Voraussetzung und ein maßgebliches Erfolgskriterium für die Industrie 4.0 darstellt. Dennoch gibt es bislang kaum gesetzliche Vorgaben und verbindliche Standards, die den Unternehmen als Orientierungshilfe dienen. Klar festgelegte Regularien und ein technisches Gesamtkonzept zum Schutz der vernetzten Industrie sind unbedingt notwendig. Besonders beim mittelständischen produzierenden Gewerbe ist eine Skepsis bezüglich der Datensicherheit bei Industrie 4.0 zu spüren, dies bestätigt auch der IT Innovation Readiness Index 2015, eine aktuelle Studie des unabhängigen Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC), die im Auftrag der Freudenberg IT erstellt wurde. Die offenen Fragen bezüglich der IT-Sicherheit sind ein Grund, warum die eher traditionsbewussten Fertigungsbetriebe, die hohe Investitionskosten oft scheuen.

IT-Sicherheit und Industrie 4.0 – kein Widerspruch

Notwendige Technologien zum Schutz der Konstruktions- und Fabrikationsdaten sind verfügbar, die Komplexität der Systeme von Industrie 4.0 muss jedoch abgedeckt sein. Das IT-Sicherheitsgesetz gibt wichtige Impulse für die Entwicklung der IT-Sicherheitsregulierung. Entscheidend ist aber, dass der Schutz der digitalen Infrastruktur zum elementaren Bestandteil jeder Geschäftsstrategie wird. So können die Chancen von Industrie 4.0 durch die nahtlose Vernetzung von Shop- zu Top-Floor-Ebene voll ausgeschöpft werden – ein Wettbewerbsvorteil, der neue Geschäftsmodelle auf den Weg bringt.

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