SAP on AWS Migration Roadmap

SAP on AWS Migration: 5 häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Die SAP on AWS Migration kann aufgrund der geschäftskritischen Natur dieser Systeme eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe sein. Sie erfordert neben sorgfältiger Planung und genauer Kenntnis der benötigten Ressourcen auch eine effektive Kommunikation zwischen Geschäfts- und IT-Funktionen sowie die umfassende Schulung aller Teams. Anbei die fünf häufigsten Fehler, die bei der SAP on AWS Migration gemacht werden und die Strategien, mit denen sie sich vermeiden lassen.

Das Projekt wird unzureichend vorbereitet

Einer der häufigsten Fehler bei einer SAP on AWS Migration besteht darin, dass die Planungsphase zu kurz ist und die Auswirkungen auf die bestehende Infrastruktur nicht richtig eingeschätzt werden, sowohl in Bezug auf die Business Continuity als auch auf die entstehenden Kosten. Eine gute Planung legt den Grundstein für eine erfolgreiche Migration. Wird der Zeitaufwand von Anfang an unterschätzt, kann dies zu übereilten Entscheidungen und Rückschlägen führen.

Ein kritischer Aspekt, der oft übersehen wird, ist das mangelnde Bewusstsein der internen Teams – nicht nur in der IT, sondern im gesamten Unternehmen – für die Auswirkungen der SAP on AWS Migration. Viele Teammitglieder kennen die Details der Migration nicht oder sind nicht über die zahlreichen Tools und Anwendungen informiert, die AWS zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu lokalen Plattformen wird die Datennutzung bei AWS pro Megabyte abgerechnet. Das bedeutet, dass jede Dateireplikation zusätzliche Kosten verursacht. Zudem unterscheiden sich die Sicherheitsvorkehrungen bei AWS stark von denen in traditionellen Umgebungen. Auch hier ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.

Vorausplanung und Dokumentation der bestehenden Umgebung

Um eine reibungslose SAP on AWS Migration zu gewährleisten, müssen Sie Informationslücken in Ihrem Unternehmen schließen und Ihre Mitarbeitenden zu diesen wichtigen Themen schulen. Auch bei einem „Lift and Shift“-Ansatz sollten Sie im Rahmen Ihrer AWS-Cloud-Strategie immer ein Assessment der bestehenden SAP-Landschaft, der aktuellen Workloads und der integrierten Tools durchführen. Zur Migrationsplanung gehört außerdem, das gesamte Spektrum an Cloud-nativen Funktionen und Nicht-SAP-Anwendungen transparent zu machen, die nach der „SAP on AWS“-Migration zur Verfügung stehen, um Skalierbarkeit, Kosteneffizienz, Latenz und Verfügbarkeit zu optimieren. Beispielsweise ist es möglich, traditionelle Datenbanken wie Oracle oder MS SQL auf Cloud-basierte Managed Services zu migrieren. Hier kommen Open-Source-Lösungen wie PostgreSQL oder MySQL in Frage.

Darüber hinaus können statische Webserver nach der Migration direkt auf Amazon Simple Storage Service (S3) oder anderen serverbasierten Diensten gehostet werden, die sich mit minimalem Aufwand in Serverless Functions umwandeln lassen.

Komplexität der Migration wird unterschätzt

Unternehmen, die noch ältere SAP-Versionen aus der Zeit vor S/4HANA im Einsatz haben, verlassen sich häufig auf „Maßanfertigungen“, die im Laufe der Zeit gewachsen sind. Solche Lösungen sind eng in das bestehende Ökosystem integriert und arbeiten mit zahlreichen SAP- und Nicht-SAP-Anwendungen zusammen. Die Migration eines solch komplexen Systems kann sehr schwierig sein. Jede Anwendung, die migriert werden muss, erfordert spezifisches Fachwissen, damit sie nahtlos in die neue Umgebung integriert werden kann. Wird diese Komplexität nicht vorhergesehen, können während und nach der Migration Probleme auftreten, die zu Unterbrechungen und höheren Kosten führen.

„Aufräumen“ vor der Migration

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Migration liegt darin, die besonderen Herausforderungen älterer SAP-Versionen zu verstehen und bereit zu sein, sie konsequent anzugehen. Es geht nicht nur darum, Daten von einem Ort an einen anderen zu verschieben – es muss auch sichergestellt werden, dass sich jede Komponente nahtlos in die neue Cloud-basierte Infrastruktur einfügt. Wird dieser Aspekt vernachlässigt, kann es nach der Migration zu erheblichen Problemen kommen, nicht nur auf der Kostenseite, sondern auch bei der Systemleistung und der betrieblichen Effizienz. Für eine reibungslose Migration in die Cloud ist es daher entscheidend, alle Besonderheiten älterer SAP-Versionen und deren Auswirkungen auf die Migration zu kennen.

Eine organisierte und effiziente Datenstruktur kann den Migrationsprozess erheblich beschleunigen und die Datenintegrität in der Cloud verbessern. Wichtig ist auch die Auswahl der richtigen AWS-Speicherlösungen, die auf Ihre spezifischen Anforderungen zugeschnitten sind. AWS bietet ein breites Spektrum an Speicheroptionen, von Amazon S3 Buckets für skalierbare Datenspeicherung bis hin zu Amazon EFS für Dateisysteme, deren Größe sich flexibel an den jeweiligen Workload anpasst. Hier müssen fundierte Entscheidungen getroffen werden, um das Datenmanagement während und nach der Migration zu optimieren.

Zeitaufwand für SAP on AWS Migration richtig planen

Ressourcenbedarf und Kosten werden unterschätzt

Der Umstieg auf die Cloud bietet erhebliche Flexibilitätsvorteile, bringt aber auch eine Reihe von Herausforderungen mit sich, insbesondere im Hinblick auf die Ressourcenplanung und das Kostenmanagement.

Der Reiz der Cloud liegt in ihrer nahezu unbegrenzten Skalierbarkeit. Dabei wird leicht übersehen, dass ein gutes Ressourcenmanagement nicht nur in traditionellen On-Premise-Umgebungen, sondern auch in der Cloud von zentraler Bedeutung ist. In lokalen Konfigurationen mit begrenzten Ressourcen sind regelmäßige Assessments notwendig, um beispielsweise zu prüfen, ob ältere Server oder redundante Daten besser aus der Umgebung entfernt werden sollten. In der Cloud hingegen steht ein riesiger Ressourcenpool zur Verfügung, so dass neue Server einfach und häufig sogar nahtlos in die bestehende Infrastruktur integriert werden können. Diese Fülle an Ressourcen muss jedoch intelligent verwaltet werden, um Kostenineffizienzen zu vermeiden – ein weiterer Grund, warum Ressourcenplanung und Kostenkontrolle im Cloud-Zeitalter so wichtig sind.

Entwicklung einer FinOps-Roadmap

Bei der Entwicklung einer Cloud-Strategie für AWS muss die flexible Ressourcenbereitstellung auf der AWS-Plattform in der Kostenkalkulation für die ersten drei Jahre nach der Migration berücksichtigt werden. Um ausufernde Kosten zu vermeiden, muss der Verlockung nahezu unbegrenzter Cloud-Ressourcen durch ein proaktives Ressourcenmanagement begegnet werden. Hier hilft die Implementierung einer umfassenden FinOps-Strategie, die auf die Ziele und Budgetrestriktionen des Unternehmens ausgerichtet ist und sicherstellt, dass die Ausgaben für Cloud-Services im Rahmen bleiben und jederzeit transparent sind.

Eine gut durchdachte FinOps-Strategie (Financial Operations) sorgt dafür, dass mit den verfügbaren Mitteln verantwortlich umgegangen wird und die Migration in die Cloud einen entsprechenden Mehrwert für das Unternehmen bringt. In Kombination mit Richtlinien und robusten Reporting-Mechanismen wird sichergestellt, dass die verfügbaren Cloud-Ressourcen effizient genutzt und die Kosten kontinuierlich optimiert werden. Eine grundlegende FinOps-Methode ist das Rightsizing, d. h. Cloud-Ressourcen werden in Umfang und Konfiguration an die tatsächlichen Workloads angepasst. Über- oder unterausgelastete Ressourcen werden identifiziert und optimiert, um Kosteneinsparungen zu realisieren.

Unvorhersehbare Risiken: Navigieren auf unbekanntem Terrain

Bei der SAP on AWS Migration kann es vorkommen, dass bestimmte Risiken zunächst nicht erkannt oder nicht rechtzeitig antizipiert werden. Auch bei sorgfältiger Planung lassen sich nicht alle Hindernisse vorhersehen, die im Laufe eines komplexen Migrationsprozesses auftreten können. Je mehr Erfahrung mit Cloud-Szenarien vorhanden ist, desto besser können unerwartete Probleme identifiziert und gelöst werden.

Viele Unternehmen führen jedoch im Vorfeld keine ausreichenden Assessments durch, um mögliche Risikoszenarien durchzuspielen und sich so optimal auf die Migration vorzubereiten.

Kooperation und Partnerschaft als Erfolgstreiber

Die verschiedenen Bereiche Ihres Unternehmens in die Migrationsvorbereitungen einzubeziehen – insbesondere diejenigen, die einen direkten Einblick in die tägliche Nutzung der Systeme und Anwendungen haben – ist für Ihre Cloud-Strategie von entscheidender Bedeutung. Das Feedback dieser Teams kann Aufschluss darüber geben, wie sich die Migration auf Standardprozesse auswirkt, und dazu beitragen, Probleme proaktiv anzugehen, bevor sie sich zu echten Migrationshindernissen entwickeln. Je besser ein Unternehmen hier seine Hausaufgaben macht und abteilungsübergreifend zusammenarbeitet, desto reibungsloser wird die Migration später verlaufen.

Die Fähigkeit, schwer vorhersehbare Risiken zu antizipieren und zu vermeiden, hängt häufig davon ab, wie vertraut der Anwender mit der Cloud-Umgebung ist. Sich ausschließlich auf die etablierten Standards der eigenen Organisation zu verlassen, kann zu Lösungen führen, die zwar effizient, aber nicht unbedingt übertragbar sind. Um das Potenzial der Cloud voll auszuschöpfen, sollte sich ein Lösungsarchitekt täglich Zeit nehmen, um über neue Entwicklungen im Cloud-Ökosystem auf dem Laufenden zu bleiben.

Der Aufbau einer starken Partnerschaft mit einem Cloud-Anbieter wie AWS oder Azure kann bei der Bewältigung von unvorhergesehenen Herausforderungen von unschätzbarem Wert sein. Sie erhalten dadurch Zugang zu ausgewiesenen Spezialisten und Experten, die bei unerwarteten Problemen wertvolle Hinweise geben und innovative Lösungen vorschlagen können. Eine solche Partnerschaft führt in der Regel zu einer reibungsloseren und erfolgreicheren Migration und hilft Ihrem Unternehmen, die Komplexität der Cloud-Umgebung besser zu meistern.

Unterschiede bei der Netzwerksicherheit werden nicht beachtet

Die Migration von einer lokalen SAP-Umgebung zu AWS bietet viele Vorteile – doch wer die Unterschiede bei der Netzwerksicherheit nicht kennt, kann kostspielige Fehler begehen. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass die in lokalen Umgebungen verwendeten Sicherheitsmechanismen nahtlos auf die Cloud übertragen werden können. Tatsächlich arbeitet AWS nach anderen Prinzipien und mit anderen Sicherheitsprotokollen. Wenn Sie Ihre Netzwerk-Sicherheitsstrategie nicht entsprechend anpassen, können Ihre SAP-Systeme anfällig für Bedrohungen werden, die in Ihrer On-Premise-Konfiguration keine Rolle spielten.

Leistungsfähige AWS-Sicherheitsfunktionen

AWS bietet robuste Sicherheitsfunktionen, die Ihre Daten und Anwendungen zuverlässig schützen. Von der Netzwerküberwachung mit AWS GuardDuty bis hin zur DDoS-Prävention mit AWS Shield integriert AWS alles, was eine umfassende Sicherheitssuite enthalten sollte – nicht weniger als 27 Services für Sicherheit, Zugriffsmanagement und Compliance Reporting. Diese Services können nahtlos in Ihre AWS-Umgebung eingebunden werden, um Ihren Sicherheitsstatus zu verbessern. Dabei sollten Sie allerdings die Kosten im Auge behalten, da die Services nutzungsabhängig abgerechnet werden.

Bei der Entwicklung einer AWS-Cloud-Strategie sollten Sie auch berücksichtigen, dass hinter AWS ein großes Managed Service Operation Center (SOC) steht, das rund um die Uhr Angriffe erkennt und Gegenmaßnahmen ergreift. Es ist wichtig, all diese Aspekte im Detail zu verstehen, wenn man die Vor- und Nachteile der verschiedenen Funktionen für die eigene Sicherheits-Compliance abwägt.

Amazon VPC (Virtual Private Cloud) ermöglicht es, innerhalb einer Public Cloud isolierte Netzwerkumgebungen für die eigenen SAP-Systeme einzurichten. Solche privaten Subnetze können verwendet werden, um den Zugriff auf definierte Benutzer zu beschränken und den ein- und ausgehenden Datenverkehr über Access Control Lists (ACL) zu kontrollieren. Durch Identity & Access Management (IAM) kann der Zugriff auf AWS-Ressourcen zusätzlich kontrolliert werden. Last but not least ermöglicht AWS die flexible Konfiguration von Regionen und Verfügbarkeitsstufen, wodurch das Zugriffsmanagement noch effizienter und sicherer wird.

Mit einem erfahrenen MSP zur erfolgreichen „SAP on AWS“-Migration

Kommen Ihnen die oben genannten Herausforderungen irgendwie bekannt vor? Planen Sie gerade eine Migration von SAP auf AWS und sind sich nicht sicher, wie Sie am besten vorgehen sollen?

Mit der richtigen Herangehensweise können Sie die zweifellos vorhandenen Klippen sicher umschiffen. Am Anfang stehen eine umfassende Planung und die genaue Kenntnis der grundlegenden Konzepte. Nehmen Sie die Herausforderung an, wählen Sie den richtigen Partner, der Ihre Ziele versteht, bleiben Sie konzeptionell flexibel und fördern Sie die Zusammenarbeit Ihrer Teams. Und behalten Sie dabei stets die langfristigen Auswirkungen des Kosten- und Ressourcenmanagements in der Cloud im Auge. Das sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren für Ihr Migrationsprojekt.

Die Experten von Syntax stehen Ihnen gerne für alle Fragen rund um die SAP on AWS Migration zur Verfügung.

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