SAP S/4HANA-Einführung

Die SAP S/4HANA-Einführung ist eine Aufgabe, die von einer ganzen Reihe strategischer Parameter abhängt. Analyse, Design, Planung und Umsetzung – das sind die Faktoren, die dafür sorgen, dass S/4HANA seine Stärken voll ausspielen kann. Dafür haben wir eine eigene Vorgehensweise entwickelt, in der unsere ganze Erfahrung mit strategischen SAP-Einführungsprojekten aus über 40 Jahren steckt.

Die einfache S/4HANA-Migration in 4 Schritten

Der von Syntax entwickelte Ansatz für die SAP S/4HANA-Einführung besteht aus vier Schritten. Hat ein Unternehmen die ersten zentralen Fragen bereits beantwortet, können wir auch gleich mit Punkt zwei starten.

1. Strategisches Assessment

Im ersten Schritt nehmen wir die Ausgangslage und die Business-Ziele des Unternehmens unter die Lupe. Wir definieren, welches S/4HANA-Betriebsmodell den größten Nutzen bringt, und wie eine passende Migrationsstrategie aussieht. So entsteht die strategische Grundlage, auf der wir die erfolgreiche S/4HANA-Migration aufbauen können.

2. Analyse

Im Anschluss daran durchleuchten wir die in SAP abgebildeten Geschäftsprozesse des Kunden und identifizieren, was weitergeführt werden kann und was modernisiert werden sollte bzw. muss. Wir betrachten SAP-Standardprozesse und Eigenentwicklungen des Unternehmens als Grundlage für den konkreten Migrationsplan.

3. Migrationsplanung

Wir werfen unsere Analyseergebnisse in die Waagschale – und bringen sämtliche Faktoren in die Balance. Daraus entstehen eine S/4HANA-Zielarchitektur und eine Migrationsplanung, die Performance, Betriebskosten, Geschäftsziele und andere Aspekte optimal miteinander kombiniert.

4. Umsetzung

Schließlich erfolgt die plangemäße Umsetzung. Hier wird in der Regel das neue System parallel zum laufenden Betrieb aufgebaut, getestet und dann auf einen Schlag – Stichwort Big Bang – umgeschaltet. Danach erfolgen eine schrittweise Feinjustierung und Anpassung einzelner Prozesse.

Drei S/4HANA-Migrationsstrategien für den Weg zum Erfolg

Auf dem Weg hin zu S/4HANA stehen drei Migrationsstrategien zur Verfügung. Welche die richtige ist, hängt vom Implementierungsszenario, der Ausgangssituation und den strategischen Zielen des Unternehmens ab.

Bei der Brownfield-Migration handelt es sich um eine weitgehend unveränderte Übernahme des bisherigen SAP-Systems in die neue S/4HANA-Welt. Diese Methode eignet sich dann, wenn die Prozesse eines Unternehmens auf dem neuesten Stand und zukunftsfähig sind.

Von einer Greenfield-Migration ist die Rede, wenn das neue SAP-System vollständig neu aufgesetzt wird – sowohl im Hinblick auf Technologie als auch auf die Prozesse. Dieser Ansatz bietet sich vor allem an, wenn das Ausgangssystem veraltet ist oder nicht in die künftige Strategie des Kunden passt; oder natürlich bei Unternehmen, die bisher gar kein SAP-System hatten. Auch wenn S/4HANA in der Cloud laufen soll, ist Greenfield das Mittel der Wahl, weil die bisherigen Prozesse in der Regel nicht zu den von der Cloud-Lösung vorgegebenen passen.

Die selektive Datenmigration kombiniert beide Strategien: Altlasten werden abgeworfen, Bewährtes ins neue System übernommen.

Wie viel Zeit ist für die S/4HANA-Migration einzuplanen?

Es liegt auf der Hand, dass die Dauer einer SAP S/4HANA-Einführung von der Komplexität des Kundensystems und anderer individueller Faktoren abhängt. Aus unserer vielfältigen Projekterfahrung wissen wir jedoch, dass eine typische S/4HANA-Systemkonversion nach dem Brownfield-Ansatz durchschnittlich acht Monate dauert. Das Neuaufsetzen (Greenfield) nimmt im Mittel etwa elf Monate in Anspruch. Schneller geht es, wenn Unternehmen nach S/4HANA Cloud migrieren, weil dann der Aufbau bzw. Ausbau der technischen Infrastruktur entfällt. Hier kann der Startschuss oft schon nach drei Monaten erfolgen.

Bei alledem nimmt die eigentliche Implementierung noch den geringsten Teil in Anspruch. Die meiste Zeit ist der Analyse und der Planung vorbehalten – und Unternehmen sind gut beraten, daran nicht zu sparen. Denn hier werden Weichenstellungen vorgenommen, die über den langfristigen S/4HANA-Erfolg entscheiden.

8 Fragen auf dem Weg zur richtigen Migrationsstrategie

1. Unterstützen die aktuellen Geschäftsprozesse Ihre langfristige Strategie?

Neue Geschäftsprozesse erfordern meist eine Neuimplementierung.

2. Können Sie SAP-Standardprozesse und Best Practices übernehmen?

Umstieg auf eine Standardisierung bringt Agilität mit sich – Argumente für eine Neuimplementierung.

3. Wer ist der Treiber Ihres Umstiegs auf SAP S/4HANA – das Business oder die IT?

Der IT geht es primär darum, die bestehenden Prozesse sauber in S/4HANA abzubilden. Das Business hat Interesse an Innovation und neuen Geschäftsmodellen. Im Dialog sind Ziele und Schwerpunkte zu klären – und die richtige Strategie daraus abzuleiten.

4. Können Sie in einem einzigen Schritt von SAP ERP auf SAP S/4HANA umziehen?

Die Umstellung in einem Schritt ist für Single-Stack-Systeme von SAP ERP 6.x (jedes Erweiterungspaket) mit Unicode möglich. Wenn das System nicht einstufig umgezogen werden kann, ist eine Neuimplementierung wahrscheinlich die bessere Wahl.

5. Brauchen Sie frühere Transaktionen im neuen System?

Die Übernahme historischer Daten gilt als deutliches Indiz für eine Umstellung. Alternativ lassen sich alte Daten bei einer Neuimplementierung auch auf eine neue Hardwareplattform migrieren oder über Data-Retention-Lösungen aufbewahren.

6. Sind Landschaftskonsolidierung und Prozessharmonisierung wesentliche Werttreiber?

Das spricht für eine Neuimplementierung mit Konsolidierung der notwendigen Konfiguration und Daten in einem neuen System.

7. Wie viele Schnittstellen hat Ihr ERP-System zu anderen Systemen?

Je größer die Anzahl an Schnittstellen (SAP und Drittanbieter), desto eher spricht das für einen Systemumzug.

8. Verkraftet Ihr Unternehmen einen mehrjährigen Innovationsplan?

Unternehmen mit definierten Innovationsprozessen kommen mit einer Systemumstellung und anschließenden Innovationsprojekten gut ans Ziel. Ist ein mehrjähriger Innovationsplan nicht sicher aufrechtzuerhalten, bringt nur eine Neuimplementierung den vollen Innovationsschub.

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FAQ: S/4HANA-Einführung

Lassen sich auch historische Daten zu S/4HANA migrieren?

Unternehmen können ihre historischen Daten in beliebigem Umfang zu S/4HANA migrieren. Das betrifft zunächst einmal alle Daten, die gewissen Aufbewahrungspflichten unterliegen und deshalb aus Compliance-Gründen zu migrieren sind. Welche historischen Daten in welchem Umfang den Umzug in die neue Anwendungsplattform bzw. die HANA-Datenbank mitmachen sollen, ist im Zuge der strategischen Planung zu klären. Selbstverständlich sollten Unternehmen eine solche SAP S/4HANA-Einführung auch nutzen, um in ihrem System aufzuräumen und unnötige Altlasten entsorgen. Das gilt ganz besonders bei Einführungsprojekten, die eine Migration in die Cloud vorsehen, wo die Kosten auch vom genutzten Datenbank-Volumen abhängen.

Wie läuft der Datentransfer aus dem alten System nach S/4HANA?

Für die Umsetzung der Datenmigration gibt es eine Reihe an Standardtools von SAP, darüber hinaus verschiedene Lösungen von Drittanbietern. Für die Brownfield-Migration bietet sich beispielsweise der SAP Software Update Manager 2.0 (SUM2) mit Data Migration Option (DMO) an. Damit lassen sich bestehende SAP-Systeme unkompliziert in die S/4HANA-Zielarchitektur bringen. Um den Datentransfer in Greenfield-Projekten zu organisieren und abzuwickeln, gibt es SAPs S/4HANA Migration Cockpit – aber auch vergleichbare Lösungen etwa vom Syntax-Partner Datavard: Die Datavard Transformation Suite ist ideal geeignet für selektive Datenmigration und Greenfield-Migration im S/4HANA-Umfeld.

Welche S/4HANA-Migrationsstrategie ist die beste?

Viele Unternehmen stehen vor der Frage: Wie wechselt man auf SAP S/4HANA? Es existiert kein Patentrezept für die SAP S/4HANA-Einführung. Dafür hat jedes Unternehmen sein eigenes Implementierungsszenario. Unterstützen die aktuellen Prozesse die künftige Strategie, sind nur wenige Prozessveränderungen notwendig, und arbeiten Unternehmen bereits mit der aktuellsten „Vor-S/4HANA“-Version? Dann spricht alles für eine Brownfield-Installation. Sind historische Daten zu migrieren aber nur wenige neue Geschäftsmodelle zu integrieren, und das alles mit einem SAP-System, das nicht auf dem neuesten Stand der Technik ist? Hier könnte man über eine selektive Datenmigration nachdenken. Und wenn in ähnlicher Konstellation viele neue Geschäftsmodelle anstehen? Dann ist der Greenfield-Ansatz das Mittel der Wahl. Drei Strategien – die sämtlich ihre Berechtigung und ihren Nutzen haben.